Zum Hauptinhalt springen

Einheit 5 — Agents und Workflows benennen

Was du nach dieser Einheit weißt: Du weißt wie du Agents, Workflows und Projekte so benennst, dass jeder — auch du selbst in drei Monaten — sofort versteht was passiert.


Warum Namen so wichtig sind

Öffne einen Workflow den du vor drei Monaten gebaut hast. Wenn die Agents „Generative AI Agent", „Post Agent", „Switch Agent (2)" und „Post Agent (Kopie)" heißen, musst du jeden einzeln öffnen um zu verstehen was er tut.

Jetzt stell dir vor, die Agents heißen „Rechnungsdaten aus PDF extrahieren", „Kreditor im ERP suchen", „Betrag prüfen: über/unter 1000€" und „Rechnung im ERP buchen". Du verstehst den Workflow auf einen Blick — ohne einen einzigen Agent zu öffnen.

📸 Screenshot: [Platzhalter — Gegenüberstellung im Workflow-Designer: Links ein Workflow mit generischen Agent-Namen, rechts derselbe Workflow mit sprechenden Namen]

📹 Video: [Platzhalter — Screencast: Agents umbenennen im Workflow-Designer — vorher/nachher-Effekt]

Der Name eines Agents ist seine Dokumentation. Ein guter Name macht Kommentare und Beschreibungen in vielen Fällen überflüssig.


Agents benennen

Die Regel: Beschreibe was der Agent tut, nicht was er ist

SchlechtGut
Generative AI AgentRechnungsdaten aus PDF extrahieren
Post AgentKreditor im ERP suchen
Post Agent (2)Rechnung im ERP buchen
Switch AgentRechnungsbetrag prüfen
Filter AgentNur PDF-Anhänge durchlassen
JSON Split AgentAnhänge einzeln verarbeiten
Manual Message AgentTestdaten: Beispielrechnung Müller GmbH
SMB File Manager AgentRechnung im Archiv-Ordner ablegen

Tipps

Verben verwenden — Ein Agent tut etwas. Beginne den Namen mit einem Verb oder einer Handlungsbeschreibung: „extrahieren", „suchen", „prüfen", „ablegen", „senden".

Kontext angeben — „Daten extrahieren" ist zu vage. „Rechnungsdaten aus PDF extrahieren" ist klar. Was wird extrahiert? Woraus?

Bei Switch/Filter: die Entscheidung benennen — „Switch Agent" sagt nichts. „Rechnungsbetrag prüfen: über/unter 1000€" sagt alles.

Keine Nummerierung — „Agent 1", „Agent 2" sagt nichts über den Zweck. Wenn du nummerieren musst, stimmt die Benennung nicht.

Kopien sofort umbenennen — Wenn du einen Agent kopierst, heißt er automatisch „... (Kopie)". Benenne ihn sofort um — sonst vergisst du es und hast in zwei Wochen drei Agents die „Post Agent (Kopie)" heißen.


Workflows benennen

Workflows brauchen ebenfalls sprechende Namen. Schema:

[Prozess] — [Abschnitt]

Beispiele:

Workflow-NameBeschreibung
Eingangsrechnung — E-Mail empfangen und Anhang extrahierenErster Abschnitt der Rechnungsverarbeitung
Eingangsrechnung — Daten aus PDF extrahierenKI-Extraktion
Eingangsrechnung — ERP-Abgleich und BuchungKernlogik
Eingangsrechnung — DMS-AblageArchivierung
Bestellung — Auftragserfassung aus PDFEigenständiger Workflow

Der Prozessname am Anfang sorgt dafür, dass zusammengehörige Workflows in der Liste untereinander stehen. Das Trennzeichen (hier „ — ") macht den Abschnitt visuell erkennbar.

📸 Screenshot: [Platzhalter — Workflow-Liste in 42°OS: Sauber benannte Workflows die nach Prozess gruppiert sind]


Projekte benennen

Projekte in 42°OS gruppieren Workflows. Bewährt hat sich:

[Kunde/Abteilung] — [Prozessbereich]

Beispiele:

ProjektnameInhalt
Buchhaltung — EingangsrechnungenAlle Workflows rund um die Eingangsrechnungsverarbeitung
Vertrieb — AuftragserfassungAlle Workflows rund um die automatische Auftragserfassung
IT — Monitoring & WartungÜberwachungs- und Wartungs-Workflows

Credentials benennen

Wie in Einheit 2 beschrieben:

[system]-[umgebung]-[zweck]

Beispiele: erp-prod-api, smb-prod-eingangsrechnungen, m365-prod-graph


Die Naming-Checkliste

Bevor ein Workflow in Produktion geht, prüfe:

  • Jeder Agent hat einen beschreibenden Namen (kein generischer Typname)
  • Kein Agent heißt „... (Kopie)" oder „... (2)"
  • Der Workflow-Name beschreibt Prozess und Abschnitt
  • Credentials folgen dem Schema system-umgebung-zweck
  • Das Projekt hat einen klaren, sortierbaren Namen

📸 Screenshot: [Platzhalter — Vollständiges Beispiel: Projekt, Workflows und Agents — alle sauber benannt]


Weiter: Einheit 6 — Fehler einplanen